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Die Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus ab dem 01.04.2018




Der Bewertungsausschuss hat in seiner 412. Sitzung mit Wirkung zum 1. April eine Laborreform beschlossen. Grund für die Änderung sind wachsende Kosten im Laborbereich. Der Wirtschaftlichkeitsbonus soll die wirtschaftliche Erbringung von Laboruntersuchungen belohnen und so den Kostenanstieg bremsen. Hierfür wurde nun eine neue Berechnungssystematik beschlossen.

Autorin Sophie A. Eickhoff
Rechtsanwältin
Sophie A. Eickhoff


I. Grundsätzliche Berechnung
Den Wirtschaftlichkeitsbonus erhält der Arzt nur, wenn er den vom Bewertungsausschuss festgelegten oberen begrenzenden Fallwert nicht erreicht. Des Weiteren hat der Bewertungsausschuss einen unteren begrenzenden Fallwert festgelegt, bis zu dem der Arzt den Bonus in voller Höhe erhält. Die oberen und unteren begrenzenden Fallwerte werden für jede Fachgruppe festgelegt. Auch der volle Wirtschaftlichkeitsbonus wird fachgruppenabhängig in Punkten bestimmt.

Um die Laborkosten der Praxis mit den arztgruppenspezifischen Fallwerten vergleichen zu können, wird zunächst der arztpraxisspezifische Fallwert berechnet. Hierfür werden die Laborkosten der Praxis für alle Laborleistungen nach den Abschnitten 32.2 und 32.3 EBM durch die Anzahl der Behandlungsfälle (Versicherten-, Grund-und/oder Konsiliararztpauschale) dividiert. Nicht berücksichtigt werden die Kosten für Laboruntersuchungen, die unter die Kennnummern-Regelung fallen oder Auftragsleistungen, die von der Arztpraxis abgerechnet werden.

Liegt der arztpraxisbezogene Fallwert zwischen beiden begrenzenden Fallwerten, wird der Bonus anteilig ausgezahlt. Zur Berechnung dieses „Wirtschaftlichkeitsfaktors“ wird die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert dividiert durch die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen und unteren Fallwert.

Die Formel lautet also:

(arztgruppenspezifischer oberer Fallwert - arztpraxisspezifischer Fallwert) ./. (Oberer Fallwert - unterer Fallwert der Fachgruppe)

Der auszuzahlende Wirtschaftlichkeitsbonus beträgt dann den (ggf. anteiligen) Wert in Punkten, multipliziert mit den Behandlungsfällen.

II. Berechnung bei fachübergreifenden Praxen
Da der Wirtschaftlichkeitsbonus jedoch nicht pro Arzt sondern pro Praxis ermittelt wird, erfolgt bei fachübergreifenden Praxen eine gewichtete Bewertung der Fallwerte. Das Ergebnis ist dann ein spezifischer unterer und oberer Fallwert für die einzelne Praxis. Mit diesem Wert werden dann die tatsächlichen Laborkosten der Praxis verglichen.

Auch der Wirtschaftlichkeitsbonus wird in solchen Praxen so berechnet, dass die unterschiedlichen Punktzahlen je Fachgruppe unter Berücksichtigung der Arztfälle gewichtet werden.

Der gewichtete Punktwert wird dann genauso wie der gewichtete Fallwert jedes Quartal auf Basis der Arztfälle neu ermittelt.

Die Formel zur Ermittlung der gewichteten Fallwerte und des gewichteten Punktwertes lautet also:

((Fälle FG1 x oberer/unterer Fallwert/Bonuspunkte) + (Fälle FG2 x oberer/unterer Fallwert/Bonuspunkte)) ./. Behandlungsfälle Praxis

Der auszuzahlende Wirtschaftlichkeitsbonus beträgt wie in einer fachgleichen Praxis den (ggf. anteiligen) Wert in Punkten multipliziert mit den Behandlungsfällen.